Warum Jüngerschaft heute fehlt – und warum wir sie dringender brauchen als je zuvor
Es gibt ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch alles zieht, was wir tun – unsere Bücher, unsere Podcasts, unsere Ministry, unser ganzes Leben: Jüngerschaft.
Und gleichzeitig stellen wir fest: Kaum jemand kann wirklich sagen, was Jüngerschaft eigentlich ist. Und noch weniger erleben sie. Da schließen wir uns mit ein!
Jüngerschaft ist mehr als Wissen
Im Laufe unseres Christseins haben wir sehr viel Wissen mitbekommen. Vielleicht geht es dir auch so: Du kennst viele Bibelstellen, hörst dir Predigten an, bist Teil einer Gemeinde, vielleicht sogar aktiv dabei - aber Wissen allein verändert kein Leben.
Es entsteht eine Lücke zwischen Wissen und Erleben und das kann Frust und Kleinglauben in uns erzeugen. Genau hier soll Jüngerschaft ansetzen. Denn Jüngerschaft ist der Punkt, an dem das, was wir wissen, in unseren Alltag hineinkommt.
Dort, wo unser Glaube greift. Wo das, was wir hören und wissen REAL wird. Wo es ans Eingemachte, an die Umsetzung geht!
Jesus hat uns Jüngerschaft vorgelebt. Er hat nicht hauptsächlich von einer Bühne gesprochen. Er hat sein Leben geteilt.
Er war mit wenigen Menschen intensiv unterwegs. Er hat sein Leben mit ihnen geteilt. Mit allem was dazu gehört!
Er hat sie beobachtet, korrigiert, ermutigt, herausgefordert. Er hatte passende Spitznamen für sie. Er hat Beziehung gebaut – und genau daraus ist Wachstum entstanden.
Jüngerschaft ist Beziehung. Jüngerschaft ist Nähe. Jüngerschaft ist echtes Leben.
Das eigentliche Problem unserer Zeit
Wenn wir ehrlich sind: Genau das fehlt heute. Wir haben Programme. Wir haben Gottesdienste. Wir haben Wissen. Vor ein paar Tagen haben wir unsere Kinder gefragt (Alter 13-20) was sie mit dem Wort “Kirche” verbinden. Das haben sie gesagt: Programme. Gebäude. Pastor. Uns ist dann aufgefallen, dass nichts davon wirklich mit unserem Herzen zu tun hat. Dass Kirche leider oft nicht BEZIEHUNG bedeutet.
Das bedeutet, dass Menschen sich gerade dann, wenn es drauf ankommt, sich einsam fühlen. Und dass es keine geistliche Elternschaft gibt. Also Menschen, die anderen an die Seite kommen, um geistliches Wachstum zu fördern und Familie zu leben.
Es gibt zu wenig Orte, wo Fragen wirklich gestellt werden dürfen:
Warum erlebe ich das gerade?
Wie gehe ich mit Angst um?
Was mache ich mit meinen Emotionen?
Wie lebe ich meinen Glauben im Alltag wirklich?
Stattdessen fördern wir mit unserer gängigen Kirchenkultur ein Christsein, das nach außen funktioniert – aber innen oft einsam ist. Und oft an den Krisen des Lebens zerbricht.
Warum Jüngerschaft so entscheidend ist
Jüngerschaft ist kein „nice to have“. Es ist kein Zusatzprogramm für besonders Motivierte.
Es ist ein Gebot. Ein Auftrag. Ein Nachahmen dessen, was Jesus uns vorgelebt hat. Die Blaupause für Kirche sozusagen.
Jesus hat nicht gesagt: „Geht hin und sammelt Wissen.“ Er hat gesagt: „Macht zu Jüngern.“ Und das bedeutet, dass wir Menschen so begleiten, dass Jesus in ihrem Leben sichtbar wird.
Jüngerschaft bringt:
Wachstum statt Stillstand
Beziehung statt Isolation
Reife statt Oberflächlichkeit
Berufung statt Orientierungslosigkeit
Und vor allem: Sie schafft ein beziehungsorientiertes Umfeld, in dem niemand alleine bleibt.
Die Realität: Viele Christen sind allein
Eine der größten Erkenntnisse für uns kam in der Corona-Zeit. Mit einem Mal wurden die fehlenden Jüngerschaftsstrukturen sichtbar. Wenn Programme wegfallen, bleibt gähnende Leere. Bleibt Verwirrung. Nur Herz-zu-Herz Beziehungen können krisensicher sein. Auch wir haben uns in der Coronazeit einsam gefühlt und das, was wir schon viele Jahre ahnten, bestätigte sich auf schmerzhafte Art und Weise: Wenn es drauf ankommt, zählt nicht das Gebäude und nicht das Programm. Sondern nur Beziehung.
Was Gemeinde eigentlich sein sollte
Wenn man es herunterbricht, ist Gemeinde im Kern etwas sehr Einfaches:
Menschen, die ihr Leben teilen
Menschen, die füreinander da sind
Menschen, die sich gegenseitig tragen
Menschen, die einander herausfordern und ermutigen (siehe Apostelgeschichte!)
Es geht nicht um die Masse, sondern um Verbindung. Nicht um Bühnen, sondern um Wohnzimmer. Kein Konsum, sondern echtes Miteinander.
Geistliche Elternschaft – ein verlorener Schatz
Ein weiterer Punkt, der uns tief bewegt: Es fehlen geistliche Eltern.
Menschen, die:
ein Stück weiter sind
dich kennen
dich begleiten
dich korrigieren dürfen
dich ermutigen
dir helfen, Gottes Wege zu verstehen
Geistliche Eltern sind die natürliche Konsequenz von empfangener Jüngerschaft. Wenn ich begleitet werde, kann ich andere begleiten. Jüngerschaft setzt einen heilsamen Kreislauf in Gang, der letztendlich der Motor für gesunden Gemeindewachstum ist! Menschen, die bereit sind, selbst Verantwortung zu übernehmen
und andere zu begleiten sind die Strategie Gottes für den Bau seines Reiches. Jüngerschaft ist nicht nur Empfangen - Jüngerschaft gibt auch immer das weiter, was empfangen wird. So entsteht ein Dominoeffekt, der gewaltige Auswirkungen haben kann! Ein sich immer mehr verzweigendes Netzwerk von Menschen, die den Herzschlag von Kirche verstanden haben und pulsierend die Liebe Gottes auf Herzensebene weitergeben. Das bringt nachhaltige Veränderung mit sich und riesiges Wachstumspotential
Wie Jüngerschaft praktisch aussehen kann
Jüngerschaft ist nichts Kompliziertes.
Sie passiert:
im Kleinen, nicht auf der Bühne
im Alltag, nicht nur im Gottesdienst
in Beziehungen, nicht in Programmen
Ganz praktisch bedeutet das:
kleine Gruppen
ehrliche Gespräche
Zeit miteinander
Fragen stellen dürfen
einander Feedback geben
füreinander beten
gemeinsam durch schwierige Zeiten gehen
Und ganz wichtig: Jüngerschaft ist kein Projekt für ein paar Monate. Sie hört nie auf und wir alle brauchen sie.
Eine ehrliche Frage an dich
Wenn du ganz ehrlich bist:
Gibt es jemanden, der in dein Leben sprechen darf?
Gibt es jemanden, der dich wirklich kennt?
Gibt es jemanden, der dich herausfordert?
Gibt es jemanden, der dich trägt, wenn es schwer wird?
Oder bist du – trotz allem – oft allein?
Warum das jetzt so wichtig ist
Wir leben in herausfordernden Zeiten und es wird nicht einfacher werden. Das ist okay - es ist kein Zufall, dass wir in dieser Zeit leben! Doch wir brauchen einander.
Die Frage ist nicht, ob wir Herausforderungen erleben. Die Frage ist, ob wir darauf vorbereitet sind und ob wir einsam oder gemeinsam diesen Herausforderungen gegenüberstehen.
Jüngerschaft ist genau das: Vorbereitung.
Sie hilft dir:
standhaft zu bleiben
Klarheit zu behalten
im Glauben zu wachsen
ein Leben in Fülle zu erleben
Für eine Zeit, wie diese!
Unser Herz dahinter
Weil wir diese Not selbst erlebt haben, haben wir Tochter & Sohn gegründet. Wir wollen, dass Menschen Jüngerschaft empfangen. Wir beginnen online und erleben jetzt schon, wie sich Menschen auch vor Ort vernetzen. Unsere Vision ist, dass das noch viel mehr wächst und mehr Verbindung im deutschsprachigen Raum unter Christen entsteht, die den Schatz von Jüngerschaft entdeckt haben.
Es geht uns nicht um noch ein Programm. Sondern wir wollen Orte schaffen, an denen Jüngerschaft wieder gelebt wird!
Orte, wo Menschen:
gesehen werden
ehrlich sein dürfen
wachsen können
begleitet werden
Und wo Beziehung wieder ins Zentrum rückt. Bist du dabei?
Dieser Blogpost basiert auf einer Tochter Gottes Podcastfolge - hör mal rein!
Du kannst jederzeit in unser Jüngerschaftstraining einsteigen - das Tochter & Sohn Training. Ein Ort, an dem du Jüngerschaft ganz persönlich empfangen darfst, aber auch Schritt für Schritt lernen kannst, Jüngerschaft weiterzugeben. Wenn du dich für 12 Monate Training entscheidst, erhältst du außerdem Zugang zur Tochter & Sohn Akademie - unser Ort für innere Heilung und ein Zurückfinden zur ersten Liebe zu Jesus. Die Akademie kannst du auch separat durchgehen, z.B. als Einstieg ins Training. Alle Infos zum Training findest du hier. Und wenn du mehr über die Akademie wissen möchtest: Hier findest du alle Infos zur Akademie